18.03.2020

 

Im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie möchten wir auf das „Handbuch der betrieblichen Pandemieplanung“ hinweisen: 

https://www.dguv.de/medien/inhalt/praevention/themen_a_z/biologisch/pandemieplanung/handbuch-betriebl_pandemieplanung.pdf

Dort werden Vorschläge für eine Arbeitsorganisation gemacht. Dazu aus dem Handbuch:

„Das Handbuch kann für alle Betriebe eingesetzt werden. Es richtet sich in erster Linie an mittelgroße Betriebe, die sich bislang wenig oder nur grundsätzlich mit der Pandemieplanung befasst haben. Großbetriebe haben in der Regel diese Planungen abgeschlossen. In Kleinbetrieben ist eine Planung nur eingeschränkt möglich, da bei einer kleinen Personenzahl eine sichere Personalplanung wegen der Dominanz des Zufalls nicht oder nur schwer zu verwirklichen ist. Trotzdem sollte sich der Unter-nehmer auch hier mit der vorliegenden Problematik auseinandersetzen.“

Im Handbuch sind umfangreich Checklisten vorhanden, die genutzt werden können. In Bezug auf die aktuelle Pandemiesituation werden Themen (u.a. mit Bezug auf die Arbeitsorganisation) besprochen mit Bezug auf

  •              Aufrechterhaltung Minimalbetrieb
  •              Organisatorische Maßnahmen für das Personal
  •              Externe Informationen
  •              Medizinische Maßnahmen
  •              Maßnahmen für Angehörige und Auslandsmitarbeite

Die Checkliste dazu ist ab b Seite 27 des Dokuments vorhanden.

Die möglichen „Organisatorischen Maßnahmen für das Personal“ werden ab Seite 73 detailliert beleuchtet.

Jedes Unternehmen muss jetzt individuell und auf Grundlage der eigenen Risikobewertung beurteilen, welche Maßnahmen in welcher Schärfe sinnvoll sind. Im o.g. Dokument wird bspw. die „Reaktivierung ehemaliger Mitarbeiter“ als Maßnahme beschrieben.

Außerdem noch ein Verweis auf die BAUA https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Biostoffe/FAQ/FAQ_node.html:

 

Sind bei beruflichen Tätigkeiten außerhalb von Gesundheitswesen und Labor zusätzliche Schutzmaßnahmen zum Schutz vor SARS-CoV-2 zu ergreifen?

Bei beruflichen Tätigkeiten z. B. mit Kundenkontakt (wie Einzelhandel, Gastgewerbe, Sicherheitskräfte, Handwerker, Lieferdienste), im Personentransport und in Büroräumen gelten die Bestimmungen und Empfehlungen zu Infektionsschutz und Hygiene. Zu Grunde gelegt wird dabei, dass an diesen Arbeitsplätzen die Infektionsgefährdung i.d.R. nicht höher ist als beim alltäglichen, sozialen Miteinander außerhalb beruflicher Tätigkeiten, d.h. beim Aufenthalt im öffentlichen Raum, bei Veranstaltungen, z. B. Fußballstadion.

Hier sind die üblichen Maßnahmen wie Händehygiene, Husten- und Niesetikette sowie Verhaltensregeln im Umgang mit Menschen in der Öffentlichkeit zu berücksichtigen.

Die für solche Situationen derzeit bekannten Risiken und empfohlenen Schutzmaßnahmen mit Bezug zu SARS-CoV-2 sind in den FAQ des RKI wiedergegeben:

www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html

 

 

Das von Bundestag und Bundesrat am 13. März 2020 im Eilverfahren beschlossene Gesetz zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld wurde am 14. März 2020, im Bundesgesetzblatt verkündet. Es ist am 15. März 2020 in Kraft getreten. Das Gesetz ermächtigt die Bundesregierung dazu, Verordnungen mit erleichterten Kurzarbeitergeldregelungen zu erlassen (vgl. Rundschreiben IV/026/20 vom 13. März 2020). Diese Ermächtigung ist befristet bis einschließlich 31. Dezember 2021. Entsprechende Verordnungen sollen schnellstmöglich beschlossen werden.

Nach Verlautbarungen des Bundesarbeitsministeriums sollen die Erleichterungen rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft treten können: https://www.bmas.de/DE/Presse/Meldungen/2020/mit-kurzarbeit-gemeinsam-beschaeftigung-sichern.html

Darüber hinaus finden Sie hier eine Information zu Entschädigungsleistungen bei Mitarbeitern in Quarantäne nach dem Infektionsschutzgesetz. Nach § 56 IfSG werden Lohnkosten erstattet.

 

 

 

ArGeZ PM: Die Geschäftslage in der deutschen Zulieferindustrie erholt sich, die Signale aus den Kundenbranchen sind indes sehr zwiespältig.

12.04.2021

Die konjunkturellen Perspektiven der Zulieferindustrie hellen sich spürbar auf. Gleichzeitig dämpfen die Signale aus dem Fahrzeugbau als wichtigste Kundenbranche die Erwartungen. Es wird immer deutlicher, dass die deutsche Zulieferindustrie im Zentrum des industriellen Strukturwandels zur Dekarbonisierung der Gesellschaft steht.

Nach dem pandemiegeprägten Vorjahr war der Start in das Jahr 2021 für die gesamte Zulieferindustrie von existenzieller Bedeutung. Die Erholung der Lage - Stand Ende des ersten Quartals 2021 - spiegelt sich deutlich im Geschäftsklima der Zulieferer wider: In allen Segmenten der deutschen Zulieferindustrie hat sich die aktuelle Geschäftslage auf breiter Front verbessert. Die Dynamik ist vergleichbar mit der Erholung nach der Finanzkrise 2009. Gleichzeitig stiegen die Geschäftsaussichten für die nächsten sechs Monate. Optimistischer war die Erwartungshaltung der Zulieferer zuletzt im Februar 2011. Dennoch sind die Signale aus den Kundenbranchen extrem zwiespältig: Die Fahrzeugbauindustrie sendet aufgrund der Lieferprobleme bei Elektronikbauteilen unverändert Bremssignale aus. Die ursprünglich optimistischen Prognosen der Automobilhersteller für das Jahr 2021 dürften kaum mehr zu halten sein. In der Folge sind Prognoserevisionen auch auf Zuliefererseite erwartbar. Der Maschinenbau als zweitwichtigste Kundenbranche hat demgegenüber wieder Fahrt aufgenommen. Hier sind Aufwärtsrevisionen der ursprünglich eher konservativen Erwartungen wahrscheinlich.

Der Strukturwandel zur Dekarbonisierung der Gesellschaft ist längt auch in der Zulieferindustrie angekommen. In einem konjunkturell höchst unsicheren Umfeld müssen die zum Teil sehr mittelständischen Zulieferbetriebe teure Investitionsentscheidungen treffen. Der Klimaschutz ist ein Schlüsselthema unserer Zeit, welches mit ehrgeizigen und erreichbaren Zielen prioritär vorangetrieben werden muss. Die Zulieferindustrie bekennt sich zu den Pariser Klimazielen. Die vom Gesetzgeber gesetzten CO2 – Reduktionsziele müssen sich indes auch an der technischen Machbarkeit orientieren, das gilt u.a. auch für die Festsetzung von CO2- Grenzwerten. Der Fokus des Handelns muss von vorneherein im Dialog mit den betroffenen Industrien die Umsetzung der Ziele in den einzelnen Sektoren in den Blick nehmen und die hierdurch entstehenden Folgen genau und transparent benennen. Jede politische Regelsetzung und Förderung auch in der Europäischen Union muss technologieoffen sein. Das marktwirtschaftliche Prinzip, dass sich zur Erreichung der politischen Ziele die technisch beste Lösung im Wettbewerb der Technologien entwickeln und durchsetzen muss, führt zu Innovationen, die tatsächlich und ohne staatliche Förderung in großer Zahl zum Einsatz kommen. Staatlicher Dirigismus und Technologieverbote dagegen bergen die Gefahr, dass falsche Wege beschritten werden und zielführende Optimierungen nicht zum Zuge kommen können. Die Vorgaben der neuen Abgasnorm Euro 7 müssen sich an den technisch und wirtschaftlich erreichbaren Fortschritten orientieren. Genauso wie elektrische Antriebe können auch z.B. mit E-Fuels betriebene Verbrennungsmotoren einen wertvollen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten.

Dies gilt auch und gerade in Hinsicht auf zeitliche Festlegungen. Entwicklungsprozesse können unerwartet schnelle Fortschritte machen oder Hemmnissen und Verzögerungen ausgesetzt sein. Es ist nicht verantwortlich, in der Hoffnung auf neu entstehende Arbeitsplätze in der Zukunft sichere bestehende Arbeitsplätze im industriellen Mittelstand akut zu gefährden. Daher ist ein Monitoring bei der Zielerreichung der Klimaziele inklusive der durch die Umsetzung zu erwartenden Folgen wesentlich.

Die mittelständischen Zulieferbetriebe können die Transformation nicht aus eigener Kraft stemmen, sondern brauchen Unterstützung durch spezielle, auf den Mittelstand zugeschnittene Förderprogramme. CO2-Emissionen können z.B. durch eine Umstellung der Energieversorgung oder neue Produktionsverfahren gesenkt werden. Dafür müssen die notwendigen Standortbedingungen geschaffen und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Der Staat sollte dafür unbürokratisch Zuschüsse bereitstellen. Die Forschung und Entwicklung entlang der gesamten Wertschöpfungskette, z.B. in den Bereichen Mobilität, grünem Wasserstoff und alternative Kraftstoffe, muss konsequent fortgeführt werden. Schlüsseltechnologien, z.B. in der Antriebstechnologie, der Materialforschung, der Mikroelektronik, der Leistungselektronik, der Batterietechnologie und der Vernetzung und Digitalisierung im Fahrzeug, müssen weiterentwickelt werden. Schließlich geht es um über 1 Million Beschäftigte in rd. 9.000 Betreiben.

ArGeZ Pressemitteilung und Lastenheft zur Bundestagswahl zum Download.

 

 

 

„Die Stahlknappheit schadet dem Standort Deutschland"

01.04.2021

Die Titelstory der heutigen Ausgabe des MBI Stahl Monitors beschäftigt sich mit der aktuellen Stahlknappheit in Deutschland und greift damit die gemeinsame FVK/IBU-Stellungnahme auf.

 

 

ArGeZ PM: Erholung bei den deutschen Zulieferern festigt sich

30.03.2021

In allen Segmenten der deutschen Zulieferindustrie setzt laut Ifo Institut eine weitere Erholung der aktuellen Geschäftslage ein. Der saisonbereinigte Saldo von positiven und negativen Beurteilungen kann um deutliche 10,0 Punkte zulegen und liegt damit auf dem neuen Niveau von 23,6 Punkten. Besser beurteilten die deutschen Zulieferer die Lage zuletzt vor genau zwei Jahren. Während es sich bereits um die neunte aufeinanderfolgende Verbesserung des Wertes handelt, ist es besonders erfreulich, dass auch die Dynamik dieser positiven Tendenz wieder zunimmt.

Gleichzeitig steigen zudem die Geschäftsaussichten für die nächsten sechs Monate. Der saisonbereinigte Saldo liegt hierfür im März bei 23,0 Punkten – eine Verbesserung um 5,0 Punkte im Vergleich zum Vormonat. Optimistischer was die Geschäftserwartungen anbelangt waren die deutschen Zulieferer zuletzt im Februar 2011. Gleichwohl war damals, wie bisweilen auch in der Zwischenzeit, das Ausgangsniveau signifikant höher.

Nach dem sehr schwierigen Vorjahr ist der solide Start in das Jahr 2021 von großer Bedeutung. Ob sich die Erwartungen für die nächsten sechs Monate jedoch bestätigen, bleibt ungewiss. Die erneut steigenden Infektionszahlen und die damit verbundene Restriktionen zeigen einmal mehr, wie dynamisch sich die Rahmenbedingungen für Gesellschaft und Wirtschaft verändern können. Insbesondere die Verbreitung aggressivere Virus-Mutationen bei der gleichzeitig weiterhin schleppend verlaufenden Impfkampagne können auch innerhalb kurzer Zeit die Planungen der Betriebe durchkreuzen. Zudem zeichnet sich ab, dass die Lieferengpässe der Automobilhersteller bei Elektronikkomponenten die Produktion weiterhin beeinträchtigen. Die Wahrscheinlichkeit von Korrekturen der Prognosen, die sich auch auf die deutschen Zulieferer auswirken würden, wächst somit. Die vermehrt positiven Einschätzungen der deutschen Zulieferer hinsichtlich der aktuellen Lage sind aufgrund dieser Faktoren besonders bedeutend.

Der Geschäftsklimaindex Zulieferindustrie wird von der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie ArGeZ in Zusammenarbeit mit dem Ifo-Institut, München, ermittelt. Er beruht auf der Befragung von rund 600 Unternehmen und deckt die in der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie zusammengeschlossenen Branchen Gießerei-Industrie, Aluminiumindustrie, Kunststoffverarbeitung, Stahl- und Metallverarbeitung, NE-Metall-Industrie, Kautschukindustrie sowie Technische Textilien ab.

Der Chart, mit korrigierten saisonbereinigten Daten, steht zum Download unter www.argez.de zur Verfügung.

 

 

Verlängerung der Safeguard-Maßnahmen auf Stahleinfuhren

25.03.2021

Stahlversorgung sicherstellen: Safeguards sind unnötig
Bedrohung fehlt – Schutzmaßnahmen nicht WTO-konform – Stahlmangel verschärft sich

Die befürchtete Importflut fehlt, Einfuhrquoten sinken, globale Stahlkapazitäten sind überschaubar. Für die EU-Stahlindustrie besteht keine Gefahr – sie profitiert sogar gerade vom Stahlmangel. Trotzdem überprüft die EU-Kommission, ob die Stahlindustrie im Sommer einen wärmenden Wintermantel in Form von Safeguards brauchen könnte. Damit wäre für stahlverarbeitende Industrien mit 3,5 Millionen Arbeitsplätzen das große Frieren angesagt: Ihnen fehlt schon jetzt das Vormaterial, die Preise explodieren, Produktionsstopps drohen. Und mildernden Stahleinfuhren aus Drittländern schieben Safeguards eine Schranke vor. Mit Nachdruck protestieren daher der Industrieverband Blechumformung (IBU) und die Fachvereinigung Kaltwalzwerke (FVK) in einer Stellungnahme an die EU-Kommission gegen eine mögliche Verlängerung.

 

 

WSM Geschäftsklima März 2021

26.03.2021

Das Geschäftsklima der WSM-Branchen im März 2021 zeigt, dass sich die Stimmung in der Stahl und Metall verarbeitenden Industrie in Deutschland im März weiter aufhellt. Die Konjunkturumfrage des ifo-Instituts weist eine Verbesserung der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage um 8,4 Saldenpunkte zum Vormonat aus. Die Erwartungen für die nächsten sechs Monate steigen um 12,9 Saldenpunkte. Damit entwickelt sich die Stimmung der Branche parallel zum Geschäftsklima des gesamten Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland.

Weitere Informationen entnehme Sie der Presseinformation und den Diagrammen.