15.10.2021

Die FVK Mitgliederversammlung hat am 15.10.2021 im Hotel VierJahreszeiten am Seilersee stattgefunden. Nach langer Pandemiepause freute sich Herr Dr. Gierse die Mitglieder endlich wieder in einer Präsenzveranstaltung begrüßen zu können. Zu Gast war Frau Nicole Voigt von der Boston Consulting Group, die einen interessanten Vortrag zum Thema „Grüne Leitmärkte für die Stahlindustrie“ gehalten hat.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Mitgliederversammlung waren die Wahlen des Vorstands und der Kassenprüfer. Der gesamte Vorstand wurde in seinen Funktionen für eine weitere Amtszeit von 2 Jahren gewählt und auch die Kassenprüfer wurden in Ihrem Amt bestätigt. Wir gratulieren den Herren zu Ihrer Wahl und danken ihnen für das ehrenamtliche Engagement, das sie für die Belange der FVK und der gesamten Branche aufwenden.

 

 

PM: Staat darf Probleme nicht noch verschärfen – mittelständische Industrie und Investitionen in Deutschland sind infrage gestellt

02. Dez. 2021

Fünf Zuliefererverbände richten Appell an alle neuen Bundestagsabgeordneten

 „Die mittelständische Industrie als Innovationsmotor am Standort Deutschland, ihre Arbeitsplätze und der Wohlstand sind infrage gestellt. Der Staat darf die existenzgefährdenden Probleme nicht noch verschärfen, sondern muss Raum für unternehmerisches Handeln geben.“ Diesen Appell haben fünf Industrieverbände gerade an alle Abgeordneten des neuen Bundestags geschickt. Unterzeichner sind der Industrieverband Blechumformung (IBU), der Industrieverband Massivumformung (IMU), die Fachvereinigung Kaltwalzwerke (FVK), der Deutsche Schraubenverband (DSV) und der Fachverband Metallwaren- und verwandte Industrien (FMI). „Die politischen Vertreter müssen die Probleme unserer Industrien kennen und sollen diese in die politische Abwägung einbringen“, unterstreichen die Organisationen und fordern ein gemeinsames Schultern aktueller Mehrbelastungen entlang der Lieferkette.

Die ganze Pressemitteilung lesen Sie hier.

Energiekostensteigerungen - Schreiben an die Politik

25.10.2021

In einem Schreiben an die Politik weisen die Fachvereinigung Kaltwalzwerke e.V. (FVK) gemeinsam mit Industrieverband Massivumformung e. V. (IMU),  Industrieverband Blechumformung e. V. (IBU), Deutscher Schraubenverband e. V. (DSV) und Eisendraht- und Stahldraht-Vereinigung e. V. (ESV) darauf hin, dass die energieintensive Zulieferindustrie  akut existenziell gefährdet ist!

Die Situation erfordert unmittelbares Handeln. Neben gravierenden Einflüssen der Vormaterialverknappung und -verteuerung sowie der Volatilität in den Auftragsabrufen aufgrund der Halbleiterkrise ist sie aktuell mit einer noch nicht gekannten Energiekostenexplosion konfrontiert. Die durch die unterzeichnenden Verbände vertretene Industrie wird als energieintensive Branche besonders hart von den signifikanten Kostensteigerungen im Strom- und Gaseinkauf getroffen.

Der Strompreis für den Bezug im Jahr 2022 ist seit Oktober 2020 von rund 40 €/MWh auf über 128 € /MWh (Base-Load) gestiegen, der Gaspreis in demselben Zeitraum von unter 30 €/MWh auf knapp 130 €/MWh (zwischenzeitlich sogar auf 160 €/MWh). Während die abgesenkte EEG-Umlage eine leichte Milderung des Anstiegs der Strompreise bewirkt, kommt auf die Entwicklung bei Erdgas die Anfang 2021 eingeführte CO₂-Bepreisung noch hinzu. Allein der zu erwartende Strompreisanstieg reduziert die Gewinnmarge um 1 bis 1,5%. Die Entwicklung der Erdgaspreise führt zu einer zusätzlichen Margenminderung um 2,5 bis 5%. Die durchschnittliche Gewinnmarge des Wirtschaftszweiges 25 (Herstellung von Metallerzeugnissen) lag im Jahr 2019 bei lediglich 1,5% (Quelle: Kostenstrukturstatistik des Statistischen Bundesamtes). 

Energiekostensteigerungen sind üblicherweise in den Lieferverträgen zwischen unseren Mitgliedsunternehmen und ihren Kunden ausgeschlossen. Die aktuellen Energiekostensteigerungen müssen somit ausschließlich von den Zulieferern getragen werden. Das Ausmaß dieser Steigerungen führt dadurch zu hochgradig defizitären Aufträgen. Hieraus resultieren unzumutbare wirtschaftliche Verluste, die von unseren Mitgliedern nicht mehr zu tragen sind und eine zunehmend existenzielle Bedrohung darstellen. Auftragskündigungen von Lieferantenseite bis hin zu weiteren Insolvenzen – erste mussten wir bereits in unseren Branchen verzeichnen – zeichnen sich mehr als deutlich ab.

 

 

 

WSM Presseinformation zum Energiepreisanstieg

20.10.2021

Energiepreisanstieg bedeutet für viele Betriebe der Stahl- und Metallverarbeitung das Aus – und damit auch für „Made in Germany“

Der rasante Anstieg der Preise für Industriestrom und Erdgas bedeutet für viele mittelständische Industriebetriebe der Stahl- und Metallverarbeitung, dass sie nicht mehr in Deutschland produzieren können – das Rückgrat der deutschen Industrie stirbt.

Der Börsen-Strompreis für den Bezug im Jahr 2022 ist seit Oktober 2020 von rund 40 €/MWh auf über 128 €/MWh (Base-Load) gestiegen, der Gaspreis in demselben Zeitraum von unter 30 €/MWh auf knapp 130 €/MWh (zwischenzeitlich auf 160 €/MWh). Während die abgesenkte EEG-Umlage eine leichte Milderung des Anstiegs der Strompreise bewirkt, kommt zu der Entwicklung bei Erdgas die Anfang 2021 eingeführte rein nationale CO₂-Bepreisung noch hinzu. Besonders stromintensive Betriebe der Branche, die eine geringere EEG-Umlage zahlen, profitieren von der niedrigeren Umlage zudem deutlich weniger. Für nicht von den staatlichen Abgaben entlastete Betriebe sind Strompreiserhöhungen von 34% zu erwarten, die Gaspreise können um 240% oder mehr ansteigen, wenn der zuständige Einkäufer einen ungünstigen Zeitpunkt erwischt – und das Zeitfenster zur Beschaffung der Energie für 2022 schließt sich.

Die gesamte Presseinformation finden Sie hier.

 

 

 

FVK Mitgliederversammlung 2021

15.10.2021

Die FVK Mitgliederversammlung hat am 15.10.2021 im Hotel VierJahreszeiten am Seilersee stattgefunden. Nach langer Pandemiepause freute sich Herr Dr. Gierse die Mitglieder endlich wieder in einer Präsenzveranstaltung begrüßen zu können. Zu Gast war Frau Nicole Voigt von der Boston Consulting Group, die einen interessanten Vortrag zum Thema „Grüne Leitmärkte für die Stahlindustrie“ gehalten hat.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Mitgliederversammlung waren die Wahlen des Vorstands und der Kassenprüfer. Der gesamte Vorstand wurde in seinen Funktionen für eine weitere Amtszeit von 2 Jahren gewählt und auch die Kassenprüfer wurden in Ihrem Amt bestätigt. Wir gratulieren den Herren zu Ihrer Wahl und danken ihnen für das ehrenamtliche Engagement, das sie für die Belange der FVK und der gesamten Branche aufwenden.

 

 

Bündnis faire Energiewende - Positionen für die Koalitionsverhandlungen

07.10.2021

Forderungen des Bündnisses faire Energiewende zu den Koalitionsverhandlungen für den 20. Deutschen Bundestag

Was wir schnellstmöglich brauchen, um weiter in Deutschland produzieren und Arbeitsplätze und Wertschöpfung sichern zu können:

▪ Die Kosten der Energiewende müssen ab sofort aus dem Bundeshaushalt finanziert werden
▪ Das produzierende Gewerbe muss schnellstmöglich um einen überwiegenden Teil der rein nationalen CO2-Kosten entlastet werden

Die Lage des energieintensiven deutschen Mittelstands

Die im Bündnis faire Energiewende organisierten Branchen des industriellen Mittelstands befürworten die Anstrengungen zum Klimaschutz und zur Energiewende in Deutschland. Der Klimaschutz ist ein sehr wichtiges weltweites Anliegen, das auch die Unternehmen, ihre Mitarbeiter und Familien sehr beschäftigt. Die Unternehmen sind seit vielen Jahren auf dem Weg, ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern und gleichzeitig die Wünsche der Kunden nach schönen, nützlichen, werthaltigen und langlebigen Produkten umzusetzen. Damit schaffen sie zugleich gute Arbeitsplätze und sichern so das Einkommen vieler tausend Familien in Deutschland.

Die Unternehmen stehen allerdings mit ihren Produkten auch in einem intensiven EU-weiten und internationalen Wettbewerb. Das gilt für Exporte von Deutschland in die Welt, aber auch für Importe, die von ausländischen Unternehmen nach Deutschland kommen. Für beides gilt, dass in Deutschland hergestellte Produkte zwar Premiumprodukte sind und damit auch ein etwas höherer Preis für sie erzielt werden kann. Allerdings sind diesem Premiumpreis 2 Grenzen gesetzt und letztlich müssen die Standortbedingungen in Deutschland so sein, dass eine industrielle Produktion hier weiterhin möglich ist.

Stromkosten in Deutschland sind seit Jahren nicht mehr wettbewerbsfähig

Diese Bedingung ist in Bezug auf die Stromkosten schon seit vielen Jahren nicht mehr erfüllt, denn diese sind seit Langem im internationalen Vergleich viel zu hoch. Hauptursache dafür ist die Entscheidung Deutschlands, die Energiewende fast ausschließlich über den Strompreis zu finanzieren. Dabei fallen allein durch die EEG-Umlage Mehrkosten an, die dem gesamten Strompreis in wichtigen Wettbewerbsländern entsprechen.

Die einzig systematisch saubere und praxistaugliche Lösung des Kostenproblems ist die vollständige Übernahme aller Kosten der Energiewende von der Stromrechnung in den Bundeshaushalt.

Die neue Bundesregierung, die sie tragenden Fraktionen und die Bundesländer müssen in Anbetracht der historischen Herausforderungen durch die Folgen der Corona-Pandemie und den Klimawandel endlich den seit Langem überfälligen Schritt gehen und die Finanzierung der Energiewende aus dem Bundeshaushalt auf den Weg bringen. Dazu ist neben der vollständigen Finanzierung der EEG-Kosten auch mindestens ein Teil der Netznutzungsentgelte aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren. Zudem sollte die Stromsteuer auf die EU-rechtlich zulässige Mindesthöhe abgesenkt werden.

Rein nationale CO2-Preise gefährden Unternehmen

Seit dem 1. Januar 2021 gibt es eine Bepreisung des CO2-Ausstoßes durch das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Für jede Tonne CO2 aus Brennstoffen wie Erdgas oder Heizöl fallen in Deutschland Mehrkosten in Höhe von 25 Euro an, was zu Erhöhungen der Energiekosten der Unternehmen um bis zu 20 Prozent führt. Eine solche Erhöhung kann bei den vorhandenen geringen Gewinnmargen vieler Unternehmen zur Folge haben, dass diese in die Verlustzone geraten und evtl. sogar insolvenzgefährdet sind. Dazu kommt, dass diese Kosten bis 2025 auf 55 Euro/t ansteigen sollen und sich damit mehr als verdoppeln werden.

Mit dem BEHG wurde in einem hohen Tempo ein neues rein nationales System einer CO2- Bepreisung eingeführt, ohne zuvor eine intensive Abschätzung der Folgen für die betroffenen Unternehmen vorzunehmen. Diese wurden unmittelbar mit der neuen Belastung konfrontiert und zunächst einmal mit den Folgen allein gelassen. Die Bundesregierung hat zwar kurz vor Ende der abgelaufenen Legislaturperiode noch die sog. Brennstoffemissionshandel-Carbon-Leakage-Verordnung (BECV) verabschiedet, um die Unternehmen von einem Teil der CO2- Mehrkosten zu entlasten. Diese Verordnung ist jedoch keinesfalls ausreichend, um die Unternehmen vor Wettbewerbsnachteilen zu schützen.

Um einen wirksamen Carbon-Leakage-Schutz für die mittelständischen Industrieunternehmen auf dem vernünftigsten, effizientesten und schnellsten Weg zu erreichen, muss das gesamte produzierende Gewerbe schnellstmöglich von einem überwiegenden Teil der rein nationalen CO2-Kosten entlastet werden.

Keine klimaneutrale Produktion ohne erneuerbaren Strom, Brennstoffe und ausgebaute Infrastruktur

Das produzierende Gewerbe kann ohne bezahlbare und verlässlich verfügbare Energieträger wie grünen Strom, Wasserstoff, Biogas oder feste Biomasse und die dafür nötigen Versorgungsleitungen nicht zu einer klimaneutralen Transformation der Wirtschaft beitragen. Lenkungsinstrumente, wie die CO2-Bepreisung, können nur dann sinnvoll auf das produzierende Gewerbe wirken, wenn eine im Wesentlichen auf erneuerbare Energien 3 aufbauende, sichere Energieversorgung sowie die dafür nötige Netz- und Speicherinfrastruktur geschaffen sind.