11.05.2022

Dass der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) kommt, steht für viele fest. Wie – damit befasst sich heute der Ausschuss für Klimaschutz und Energie des Deutschen Bundestags. Der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) schickt den Appell nach Berlin, endlich noch ungelöste Probleme des CO2-Grenzausgleichs anzugehen: Bisher schützen die Vorlagen der EU-Kommission nur Hersteller von Stahl, Aluminium etc. vor globaler Konkurrenz, die ohne Klimaauflagen günstiger produziert. Nun muss es auch um den Schutz der verarbeitenden Industrien gehen, denen immens steigende Vormaterialkosten drohen. Und die auf dem Weltmarkt nicht mehr wettbewerbsfähig wären, da Brüssel den Grenzausgleich bisher nur für Importe plant und Exporte nicht entlastet.

Milliarden Mehrkosten – in Berlin muss heute die gesamte Wertschöpfungskette in den Fokus

„Der CBAM darf nachgelagerte Industrien nicht ruinieren. Seine Folgen treffen viele Branchen, nicht nur uns“, unterstreicht WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag des Verbands zeigt, dass allein auf Stahl und Metall verarbeitende Zulieferer durch steigende Vormaterialkosten über zwei Milliarden Euro zusätzlich zukommen könnten. Das würde viele zur Abwanderung zwingen – das Carbon-Leakage-Risiko stiege. Um das zu vermeiden, muss heute in Berlin die gesamte Wertschöpfungskette in den Fokus rücken.

Klimaschutz ja, mittelständischer Untergang nein

„Klimaschutz ja, mittelständischer Untergang nein. Wir stehen – wie auch deutsche und europäische Politiker – grundsätzlich hinter dem System CBAM. Aber Stahl und Metall verarbeitende Branchen müssen bei den bisher vorliegenden Plänen um ihre komplette Marge fürchten“, verdeutlicht Vietmeyer. Der Mix aus dem Grenzausgleich, der wie ein Zoll wirkt, und der Abschaffung kostenfreier Emissionszertifikate erhöht den Vormaterialpreis enorm und würde die Umsatzrendite vieler Unternehmen einfach schlucken. Und unzählige Arbeitsplätze hierzulande gleich mit. Auf den wichtigen Exportmärkten außerhalb der EU wären die Stahl- und Metallverarbeiter zudem nicht mehr wettbewerbsfähig.   

 

 

 

WSM Nachrichten

Die aktuelle Ausgabe der WSM News ist erschienen. 

 

 

 

WSM Presseinfo: Dunkle Wolken am Konjunkturhimmel

15.11.2022

Stahl- und Metallverarbeiter brauchen wasserdichten Schutzschirm

·        Nach drei Quartalen: Produktion und Auftragslage schlechter als 2021
·        Auch Geschäftsentwicklung im Jahresverlauf 2022 unerfreulich
·        Gaspreisdeckel und Strompreisbremse müssen industrielle Härtefälle berücksichtigen


Der Konjunkturhimmel der Stahl und Metall verarbeitenden Industrie ist grauer als 2021. Trotz kleinem Plus im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum gehen die Zahlen zurück: Die diesjährige Produktion sinkt bis Ende September um 0,7 Prozent, der Auftragseingang um 7 Prozent. Da bereits 2021 rückläufig war, fürchtet der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) eine Verfestigung des Negativtrends. Für den sehnlichst erwarteten Schutzschirm fordert er daher u. a. eine Härtefallregelung, die die Industrie mitnimmt.


Auch Geschäftsentwicklung im Jahresverlauf unerfreulich
Der Stahl und Metall verarbeitende Mittelstand leidet. Er verliert nicht nur im Vergleich zu 2021, auch das laufende Geschäftsjahr entwickelt sich unerfreulich: Gegenüber dem zweiten Quartal sank die Produktion im dritten um 0,5 Prozent, der Auftragseingang um 5 Prozent. „Diese Zahlen lassen keinen positiven Ausklang des Jahres erwarten. Die Politik muss jetzt dafür sorgen, dass die angespannten Wertschöpfungsstrukturen des deutschen Wohlstandsfundamentes nicht weiter einreißen.

Lesen Sie hier die ganze Pressemitteilung.

 

 

 

WSM PM: Gaspreisbremse braucht noch mehr Tempo

10.10.2022

Der WSM begrüßt die heutige Empfehlungen der Energiekommission. Die Maßnahmen sind gut, aber müssten noch schneller kommen. Daher der Appell an Regierung: „Ohne unsere Teile läuft in Deutschland nichts“ 

Es wird für die mittelständische Industrie täglich enger – die Gaskosten schnüren Unternehmen den Hals ab. Die heutigen Empfehlungen der Expertenkommission Erdgas und Wärme sollen ab Januar 2023 etwas Luft verschaffen. Der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung begrüßt dies und fordert zugleich Tempo bei der Umsetzung: „Die Produktion systemrelevanter Teile in Deutschland geht stündlich zurück, Wertschöpfung verlässt das Land. Und die Durststrecke bis Ende des Jahres ist lang. Daher sollte die Gaspreisbremse noch schneller kommen“, appelliert WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer an die Politik.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.

 

 

 

WSM PM: Konjunktureller Herbst schon ziemlich frostig

28.09.2022

Das Stimmungsbarometer der mittelständischen Industrie fällt noch schneller als die Blätter – der konjunkturelle Herbst ist frostig: Um 8,7 Saldenpunkte rutscht das WSM-Geschäftsklima für die Stahl- und Metallverarbeitung im September nach unten. Und sinkt damit zum fünften Mal in Folge. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen fürs kommende Winterhalbjahr zeigen den Abwärtstrend. Ende offen … wenn die Politik nicht einen schützenden Schirm aufspannt. Am 30. September tagen die EU-Energieminister. Und beschließen hoffentlich Notfallmaßnahmen, die die Energiekosten deckeln.

Lesen Sie die ganze Pressemitteilung.

 

 

 

ArGeZ PM: Vom ehemaligen Stromhandelsexperten und dem industriellen Mittelstand

27.09.2022

Das Geschäftsklima der deutschen Zulieferer setzt zum Sinkflug an. Im September hat sich das Stimmungsbarometer der deutschen Zulieferer laut ifo-Institut erneut verschlechtert. Sowohl die Erwartungen für die kommenden sechs Monate als auch die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage werden von den deutschen Zulieferern schlechter als im Vormonat bewertet. Die Erwartungen sind damit inzwischen auf einem Langzeittief angelangt. Lediglich in den Monaten November und Dezember des Jahres 2008 waren die Aussichten in der über dreißigjährigen Datenerhebung pessimistischer. Die Entwicklung der Lagebeurteilung lässt ebenfalls nichts Gutes erhoffen. Zwar wird diese im Saldo von den Unternehmen nach wie vor leicht positiv bewertet, der Abschwung hat gleichwohl zuletzt deutlich zugenommen. Schlechter wurde die aktuelle Geschäftslage zuletzt Anfang 2021 beurteilt. Unterm Strich gibt das saisonbereinigte Geschäftsklima um 5,6 Saldenpunkte auf -15,7 nach.

Lesen Sie die ganze Pressemitteilung hier.

ArGeZ_Geschftsklima_09-2022.jpg