20.10.2021

Energiepreisanstieg bedeutet für viele Betriebe der Stahl- und Metallverarbeitung das Aus – und damit auch für „Made in Germany“

Der rasante Anstieg der Preise für Industriestrom und Erdgas bedeutet für viele mittelständische Industriebetriebe der Stahl- und Metallverarbeitung, dass sie nicht mehr in Deutschland produzieren können – das Rückgrat der deutschen Industrie stirbt.

Der Börsen-Strompreis für den Bezug im Jahr 2022 ist seit Oktober 2020 von rund 40 €/MWh auf über 128 €/MWh (Base-Load) gestiegen, der Gaspreis in demselben Zeitraum von unter 30 €/MWh auf knapp 130 €/MWh (zwischenzeitlich auf 160 €/MWh). Während die abgesenkte EEG-Umlage eine leichte Milderung des Anstiegs der Strompreise bewirkt, kommt zu der Entwicklung bei Erdgas die Anfang 2021 eingeführte rein nationale CO₂-Bepreisung noch hinzu. Besonders stromintensive Betriebe der Branche, die eine geringere EEG-Umlage zahlen, profitieren von der niedrigeren Umlage zudem deutlich weniger. Für nicht von den staatlichen Abgaben entlastete Betriebe sind Strompreiserhöhungen von 34% zu erwarten, die Gaspreise können um 240% oder mehr ansteigen, wenn der zuständige Einkäufer einen ungünstigen Zeitpunkt erwischt – und das Zeitfenster zur Beschaffung der Energie für 2022 schließt sich.

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WSM PM: Konjunktureller Herbst schon ziemlich frostig

28.09.2022

Das Stimmungsbarometer der mittelständischen Industrie fällt noch schneller als die Blätter – der konjunkturelle Herbst ist frostig: Um 8,7 Saldenpunkte rutscht das WSM-Geschäftsklima für die Stahl- und Metallverarbeitung im September nach unten. Und sinkt damit zum fünften Mal in Folge. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen fürs kommende Winterhalbjahr zeigen den Abwärtstrend. Ende offen … wenn die Politik nicht einen schützenden Schirm aufspannt. Am 30. September tagen die EU-Energieminister. Und beschließen hoffentlich Notfallmaßnahmen, die die Energiekosten deckeln.

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ArGeZ PM: Vom ehemaligen Stromhandelsexperten und dem industriellen Mittelstand

27.09.2022

Das Geschäftsklima der deutschen Zulieferer setzt zum Sinkflug an. Im September hat sich das Stimmungsbarometer der deutschen Zulieferer laut ifo-Institut erneut verschlechtert. Sowohl die Erwartungen für die kommenden sechs Monate als auch die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage werden von den deutschen Zulieferern schlechter als im Vormonat bewertet. Die Erwartungen sind damit inzwischen auf einem Langzeittief angelangt. Lediglich in den Monaten November und Dezember des Jahres 2008 waren die Aussichten in der über dreißigjährigen Datenerhebung pessimistischer. Die Entwicklung der Lagebeurteilung lässt ebenfalls nichts Gutes erhoffen. Zwar wird diese im Saldo von den Unternehmen nach wie vor leicht positiv bewertet, der Abschwung hat gleichwohl zuletzt deutlich zugenommen. Schlechter wurde die aktuelle Geschäftslage zuletzt Anfang 2021 beurteilt. Unterm Strich gibt das saisonbereinigte Geschäftsklima um 5,6 Saldenpunkte auf -15,7 nach.

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FVK/IBU: PM zu Safeguards

27.09.2022

Stahlpreis: Schluss mit den Safeguards auf Einfuhren – kostentreibende Maßnahmen sind nicht WTO-konform

  • EU-Kommission hat Gefahr für EU-Stahlproduzenten nicht nachgewiesen
  • Entscheidende Bedingungen für Schutzmaßnahme fehlen
  • Neue Stellungnahme von IBU und FVK: „Nicht nachbessern, sondern abschaffen“

„Die Safeguards sind nicht WTO-konform, das ist nun bestätigt. Die EU-Kommission hätte die Maßnahmen zum Schutz der EU-Stahlhersteller 2019 gar nicht endgültig einführen dürfen, deshalb muss sie diese jetzt stoppen.“ So der Industrieverband Blechumformung (IBU) und die Fachvereinigung Kaltwalzwerke (FVK) in einer aktuellen Stellungnahme, adressiert an Brüssel. Die Industrievertreter wehren sich gegen die jüngste Absichtserklärung der EU, bei den Safeguards „nachbessern“ zu wollen. IBU-Geschäftsführer Bernhard Jacobs: „Deren massive Mängel sind nicht durch nachträgliches Einbringen von Informationen ‚heilbar‘.“ Für Stahl und Metall verarbeitende Zulieferer sind die Safeguards, die Vormaterialeinfuhren aus Drittländern verteuern, zusätzliche Kostentreiber.

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KaWaGi-Projekt abgeschlossen

23.09.2022

Das Projekt KaWaGi, das vom BIT e.V. Bochum in Kooperation mit Unternehmen der Kaltwalz- und Gießereiindustrie durchgeführt wurde, ist mittlerweile erfolgreich beendet (Laufzeit  April 2019 – März 2022 // verlängert: September 2022).

7 Kaltwalzwerke und 4 Gießereien waren beteiligt, um gemeinsam mit ihren Beschäftigten, Fach- und Führungskräften sowie Mitgliedern der Interessenvertretung alternsgerechte, gesundheits-, lern- und leistungsförderliche sowie familienfreundliche Arbeitsbedingungen zu schaffen. Gefördert wurde das Projekt im Rahmen des Programms „Fachkräfte sichern“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfond.

Die Projektergebnisse sind nun in Form von Handlungshilfen veröffentlich unter http://www.bit-bochum.de/kawagi.

Außerdem berichtet Herr Köhler (Geschäftsführer, Stahlwerk Unna) konkret von seinen Projekterfahrungen in einem Interview. Sie finden das Video hier: https://youtu.be/q_ombf40yf0

 

Aus der Fachvereinigung haben 3 Unternehmen an dem Projekt teilgenommen. Die Unternehmensposter finden Sie hier:

                      

 

 

 

FVK Stellungnahme: EU Safeguards

12.09.2022

Das Streitschlichtungspanel der WTO hat am 31. Mai2022 entschieden, dass die Erklärungen und Begründungen der EU-Kommission hinsichtlich mehrerer Aspekte der Safeguards die Anforderungen der WTO nicht erfüllen. Die EU-Kommission hat daraufhin bekannt gegeben, dass sie die WTO-Entscheidung umsetzen will, indem sie die Safeguards in den beanstandeten Punkten nachträglich rechtskonform ausgestalten will. Die Kommission hat die interessierten Parteien zur Stellungnahme aufgefordert.

Die FVK hat gemeinsam mit dem Industrieverband Blechumformung e. V. (IBU) eine Stellungnahme der Kanzlei Henseler & Partner in Auftrag gegeben. Unsere zentrale Forderung geht dahin, die 2019 verhängten endgültigen Schutzmaßnahmen und alle darauf basierenden nachfolgenden Verordnungen zur Verlängerung der Maßnahmen aufzuheben. Herr Andreas Schneider von StahlmarktConsult hat die Stellungnahme in einem „Executive Summary“ zusammengefasst.

Eine FVK/IBU-Pressemitteilung zu dieser Thematik ist ebenfalls in Vorbereitung.