25.06.2021

Geschäftsklima der deutschen Zulieferer auf Rekordniveau

Laut Ifo-Institut festigt sich der aktuelle Boom der deutschen Zulieferindustrie weiter. Seit dem Tiefpunkt vor einem Jahr zeigt die Tendenz bei der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage in die gleiche Richtung. Der saisonbereinigte Saldo von positiven und negativen Beurteilungen legt im Juni um weitere 5,0 Punkte auf mittlerweile hohe 46,8 Punkte zu. Auch bei der Betrachtung der Erwartungen für die nächsten sechs Monate lässt sich nach zuletzt zwei verhaltenen Monaten wieder eine Verbesserung erkennen. Wenngleich der Anteil der optimistischen Erwartungen nicht steigt und im Juni bei rund 30 % liegt, steigt der saisonbereinigte Saldo um 4,0 Punkte auf nunmehr 23,6 Punkte, da die negativen Erwartungen zuletzt stärker rückläufig waren. Die Kombination beider Bewertungen führt dazu, dass das saisonbereinigte Geschäftsklima der deutschen Zulieferindustrie von 30,4 auf 34,9 Punkte steigt. Dies markiert den höchsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 1991.

Den mittlerweile niedrigen Infektionszahlen folgend, werden seit einigen Wochen überall in der Bundesrepublik die Corona-Schutzmaßnahmen gelockert. Während dies vor allem für Tourismus, Gastronomie und den Einzelhandel von Bedeutung ist, steigen die Konsumausgaben insgesamt. Auf die deutsche Zulieferindustrie wirkt sich dies positiv aus und bringt größere Planungssicherheit. Nachdem der Jahresstart aufgrund der ausgelaufenen Mehrwertsteuersenkung und entsprechenden Vorzieheffekten sowie aufgrund der zweiten und dritten Welle der Pandemie noch verhalten war, entlädt sich nun der Nachfragestau. Materialknappheiten in der Industrie gefährden derweil den Aufschwung und bleiben auch in den kommenden Monaten ein wichtiges Thema. Von der Halbleiter-Problematik in der Automobilindustrie sind die deutschen Zulieferer trotz der historisch guten Beurteilungen betroffen. Steigende Rohstoffpreise setzten die Zulieferer derweil zusätzlich unter Druck. Abzuwarten bleibt daher, inwiefern sich die sehr gute Geschäftslage in den kommenden Monaten einpendelt. Die deutschen Zulieferer stellen damit jedoch zunächst einmal mehr unter Beweis, dass der Mittelstand im höchsten Maße flexibel, produktiv und zuverlässig ist.

Der Geschäftsklimaindex Zulieferindustrie wird von der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie ArGeZ in Zusammenarbeit mit dem Ifo-Institut, München, ermittelt. Er beruht auf der Befragung von rund 600 Unternehmen und deckt die in der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie zusammengeschlossenen Branchen Gießerei-Industrie, Aluminiumindustrie, Kunststoffverarbeitung, Stahl- und Metallverarbeitung, NE-Metall-Industrie, Kautschukindustrie sowie Technische Textilien ab.

Der Chart, mit korrigierten saisonbereinigten Daten, steht zum Download unter www.argez.de zur Verfügung.

 

 

CO2-Grenzausgleich der EU-Kommission könnte stahl- und metallverarbeitende Unternehmen zwei Milliarden Euro kosten

In der Studie „Wertschöpfungskette Stahl“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat Dr. Thilo Schäfer die Auswirkungen des geplanten CO2-Grenzausgleichsmechanismus auf die nachgelagerten Branchen untersucht und zeigt mögliche Folgen für stahl- und metallverarbeitende Zulieferer. Das Handelsblatt hatte dazu bereits exklusiv berichtet.

In einer Pressemitteilung vom 04.01.2022 fordert der WSM von der EU-Kommission dringend Nachbesserung und die Einbeziehung der gesamten Wertschöpfungskette.

 

 

 

PM: Staat darf Probleme nicht noch verschärfen – mittelständische Industrie und Investitionen in Deutschland sind infrage gestellt

02. Dez. 2021

Fünf Zuliefererverbände richten Appell an alle neuen Bundestagsabgeordneten

 „Die mittelständische Industrie als Innovationsmotor am Standort Deutschland, ihre Arbeitsplätze und der Wohlstand sind infrage gestellt. Der Staat darf die existenzgefährdenden Probleme nicht noch verschärfen, sondern muss Raum für unternehmerisches Handeln geben.“ Diesen Appell haben fünf Industrieverbände gerade an alle Abgeordneten des neuen Bundestags geschickt. Unterzeichner sind der Industrieverband Blechumformung (IBU), der Industrieverband Massivumformung (IMU), die Fachvereinigung Kaltwalzwerke (FVK), der Deutsche Schraubenverband (DSV) und der Fachverband Metallwaren- und verwandte Industrien (FMI). „Die politischen Vertreter müssen die Probleme unserer Industrien kennen und sollen diese in die politische Abwägung einbringen“, unterstreichen die Organisationen und fordern ein gemeinsames Schultern aktueller Mehrbelastungen entlang der Lieferkette.

Die ganze Pressemitteilung lesen Sie hier.

Energiekostensteigerungen - Schreiben an die Politik

25.10.2021

In einem Schreiben an die Politik weisen die Fachvereinigung Kaltwalzwerke e.V. (FVK) gemeinsam mit Industrieverband Massivumformung e. V. (IMU),  Industrieverband Blechumformung e. V. (IBU), Deutscher Schraubenverband e. V. (DSV) und Eisendraht- und Stahldraht-Vereinigung e. V. (ESV) darauf hin, dass die energieintensive Zulieferindustrie  akut existenziell gefährdet ist!

Die Situation erfordert unmittelbares Handeln. Neben gravierenden Einflüssen der Vormaterialverknappung und -verteuerung sowie der Volatilität in den Auftragsabrufen aufgrund der Halbleiterkrise ist sie aktuell mit einer noch nicht gekannten Energiekostenexplosion konfrontiert. Die durch die unterzeichnenden Verbände vertretene Industrie wird als energieintensive Branche besonders hart von den signifikanten Kostensteigerungen im Strom- und Gaseinkauf getroffen.

Der Strompreis für den Bezug im Jahr 2022 ist seit Oktober 2020 von rund 40 €/MWh auf über 128 € /MWh (Base-Load) gestiegen, der Gaspreis in demselben Zeitraum von unter 30 €/MWh auf knapp 130 €/MWh (zwischenzeitlich sogar auf 160 €/MWh). Während die abgesenkte EEG-Umlage eine leichte Milderung des Anstiegs der Strompreise bewirkt, kommt auf die Entwicklung bei Erdgas die Anfang 2021 eingeführte CO₂-Bepreisung noch hinzu. Allein der zu erwartende Strompreisanstieg reduziert die Gewinnmarge um 1 bis 1,5%. Die Entwicklung der Erdgaspreise führt zu einer zusätzlichen Margenminderung um 2,5 bis 5%. Die durchschnittliche Gewinnmarge des Wirtschaftszweiges 25 (Herstellung von Metallerzeugnissen) lag im Jahr 2019 bei lediglich 1,5% (Quelle: Kostenstrukturstatistik des Statistischen Bundesamtes). 

Energiekostensteigerungen sind üblicherweise in den Lieferverträgen zwischen unseren Mitgliedsunternehmen und ihren Kunden ausgeschlossen. Die aktuellen Energiekostensteigerungen müssen somit ausschließlich von den Zulieferern getragen werden. Das Ausmaß dieser Steigerungen führt dadurch zu hochgradig defizitären Aufträgen. Hieraus resultieren unzumutbare wirtschaftliche Verluste, die von unseren Mitgliedern nicht mehr zu tragen sind und eine zunehmend existenzielle Bedrohung darstellen. Auftragskündigungen von Lieferantenseite bis hin zu weiteren Insolvenzen – erste mussten wir bereits in unseren Branchen verzeichnen – zeichnen sich mehr als deutlich ab.

 

 

 

WSM Presseinformation zum Energiepreisanstieg

20.10.2021

Energiepreisanstieg bedeutet für viele Betriebe der Stahl- und Metallverarbeitung das Aus – und damit auch für „Made in Germany“

Der rasante Anstieg der Preise für Industriestrom und Erdgas bedeutet für viele mittelständische Industriebetriebe der Stahl- und Metallverarbeitung, dass sie nicht mehr in Deutschland produzieren können – das Rückgrat der deutschen Industrie stirbt.

Der Börsen-Strompreis für den Bezug im Jahr 2022 ist seit Oktober 2020 von rund 40 €/MWh auf über 128 €/MWh (Base-Load) gestiegen, der Gaspreis in demselben Zeitraum von unter 30 €/MWh auf knapp 130 €/MWh (zwischenzeitlich auf 160 €/MWh). Während die abgesenkte EEG-Umlage eine leichte Milderung des Anstiegs der Strompreise bewirkt, kommt zu der Entwicklung bei Erdgas die Anfang 2021 eingeführte rein nationale CO₂-Bepreisung noch hinzu. Besonders stromintensive Betriebe der Branche, die eine geringere EEG-Umlage zahlen, profitieren von der niedrigeren Umlage zudem deutlich weniger. Für nicht von den staatlichen Abgaben entlastete Betriebe sind Strompreiserhöhungen von 34% zu erwarten, die Gaspreise können um 240% oder mehr ansteigen, wenn der zuständige Einkäufer einen ungünstigen Zeitpunkt erwischt – und das Zeitfenster zur Beschaffung der Energie für 2022 schließt sich.

Die gesamte Presseinformation finden Sie hier.

 

 

 

FVK Mitgliederversammlung 2021

15.10.2021

Die FVK Mitgliederversammlung hat am 15.10.2021 im Hotel VierJahreszeiten am Seilersee stattgefunden. Nach langer Pandemiepause freute sich Herr Dr. Gierse die Mitglieder endlich wieder in einer Präsenzveranstaltung begrüßen zu können. Zu Gast war Frau Nicole Voigt von der Boston Consulting Group, die einen interessanten Vortrag zum Thema „Grüne Leitmärkte für die Stahlindustrie“ gehalten hat.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Mitgliederversammlung waren die Wahlen des Vorstands und der Kassenprüfer. Der gesamte Vorstand wurde in seinen Funktionen für eine weitere Amtszeit von 2 Jahren gewählt und auch die Kassenprüfer wurden in Ihrem Amt bestätigt. Wir gratulieren den Herren zu Ihrer Wahl und danken ihnen für das ehrenamtliche Engagement, das sie für die Belange der FVK und der gesamten Branche aufwenden.