05.02.2020

Die Europäische Kommission hat mit dem „European Green Deal“ die Themen Klimaschutz, Ökologie und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt ihres politischen Programms gerückt. Klimaneutralität bis 2050, „grüne“ Investitionen, Kreislaufwirtschaft, Investitionsplan für ein nachhaltiges Europa, smarte und nachhaltige Mobilität – das sind wesentliche aber bei weitem nicht alle Elemente des Green Deal, der zahlreiche Bereiche der Wirtschaftspolitik betrifft.

Der BDI hat, unter der Mitarbeit von FVK, ein Positionspapier veröffentlicht. In dem Papier betont der BDI die Notwendigkeit, dass die vom Green Deal angestrebte Transformation nur gelingt, wenn sie sich auf alle drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und Soziales – gleichermaßen stützt. Zudem ist der Erfolg des Green Deal maßgeblich von einer wettbewerbsfähigen und innovationsstarken Industrie abhängig, die mit technologischen Lösungen erst die Voraussetzungen schafft, um die nötigen Billioneninvestitionen in Klima- und Umweltschutz aufbringen zu können. Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit der Industrie in Europa muss ein Ziel an sich sein. Deshalb ist die angekündigte industriepolitische Strategie der Kommission von großer Bedeutung.

Das Positionspapier können Mitglieder im internen Downloadbereich herunterladen.

 

 

Steel Safeguards

27.ß6.2022

Nachdem es der Fachvereinugng Kaltwalzwerke gelungen ist, WSM in Sachen Steel Safeguards zu konkreten Aktivitäten zu bewegen, hat nunmehr WSM-Präsident Dr. Schmidt mit dem Schreiben vom heutigen Tage die EU-Kommission, DG Trade, aufgefordert, zumindest für Flachprodukte die Safeguards zum 30. Juni 2022 auslaufen zu lassen.

 

 

 

Stellungnahme zur Revision der Industrieemissionsrichtlinie (IED) 2010/75/EU

14.06.2022

Die Europäische Kommission hat mit ihrem Entwurf für eine neue Industrieemissionsrichtlinie zur integrierten Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (IED) einen Regulierungsvorschlag vorgelegt. Dieser sieht eine Ausweitung des Anwendungsbereiches sowie umfangreiche neue und unnötig disruptive Anforderungen für die Betreiber von Industrieanlagen vor. Unter anderem ist eine Aufnahme von Kaltwalzwerken in den Anhang I vorgesehen.

Mit einer Stellungnahme zur Revision der Industrieemissionsrichtlinie wendet sich die Fachvereinigung Kaltwalzwerke an das BMUV und das BMWK und spricht sich mit Nachdruck gegen eine Aufnahme der Kaltwalzwerke in den Anwendungsbereich der IED aus. Von Kaltwalzwerken gehen keine besonderen nachteiligen Umweltauswirkungen aus. Die Aufnahme unserer kleinen und mittelständischen Kaltwalzunternehmen in die IED würde keinen zusätzlichen Umweltnutzen mit sich bringen. Vielmehr würde unsere Industrie mit unnötiger Doppelregulierung und Bürokratie belastet. Eine ähnliche Stellungnahme hat die CIELFFA an Vertreter des EU-Parlaments geschickt. FVK und CIELFFA haben ihre Positionen zudem in das von der KOM eröffnete Konsultationsportal zum IED-Entwurf eingestellt.

FVK Stellungnahme zur Revision der Industrieemissionsrichtlinie (IED) 2010/75/EU
CIELFFA Statement of the European Cold Rolling Industry on the EU Industrial Emissions Directive (IED)

 

 

 

WSM schickt Appell nach Berlin: „CBAM darf nachgelagerte Industrien nicht ruinieren“

11.05.2022

Dass der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) kommt, steht für viele fest. Wie – damit befasst sich heute der Ausschuss für Klimaschutz und Energie des Deutschen Bundestags. Der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) schickt den Appell nach Berlin, endlich noch ungelöste Probleme des CO2-Grenzausgleichs anzugehen: Bisher schützen die Vorlagen der EU-Kommission nur Hersteller von Stahl, Aluminium etc. vor globaler Konkurrenz, die ohne Klimaauflagen günstiger produziert. Nun muss es auch um den Schutz der verarbeitenden Industrien gehen, denen immens steigende Vormaterialkosten drohen. Und die auf dem Weltmarkt nicht mehr wettbewerbsfähig wären, da Brüssel den Grenzausgleich bisher nur für Importe plant und Exporte nicht entlastet.

Milliarden Mehrkosten – in Berlin muss heute die gesamte Wertschöpfungskette in den Fokus

„Der CBAM darf nachgelagerte Industrien nicht ruinieren. Seine Folgen treffen viele Branchen, nicht nur uns“, unterstreicht WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag des Verbands zeigt, dass allein auf Stahl und Metall verarbeitende Zulieferer durch steigende Vormaterialkosten über zwei Milliarden Euro zusätzlich zukommen könnten. Das würde viele zur Abwanderung zwingen – das Carbon-Leakage-Risiko stiege. Um das zu vermeiden, muss heute in Berlin die gesamte Wertschöpfungskette in den Fokus rücken.

Klimaschutz ja, mittelständischer Untergang nein

„Klimaschutz ja, mittelständischer Untergang nein. Wir stehen – wie auch deutsche und europäische Politiker – grundsätzlich hinter dem System CBAM. Aber Stahl und Metall verarbeitende Branchen müssen bei den bisher vorliegenden Plänen um ihre komplette Marge fürchten“, verdeutlicht Vietmeyer. Der Mix aus dem Grenzausgleich, der wie ein Zoll wirkt, und der Abschaffung kostenfreier Emissionszertifikate erhöht den Vormaterialpreis enorm und würde die Umsatzrendite vieler Unternehmen einfach schlucken. Und unzählige Arbeitsplätze hierzulande gleich mit. Auf den wichtigen Exportmärkten außerhalb der EU wären die Stahl- und Metallverarbeiter zudem nicht mehr wettbewerbsfähig.   

 

 

 

Alle in ein Boot: Nächste Preiswelle bei Stahl und Energie umschiffen Zulieferer und Kunden nur gemeinsam

07. April 2022.

In seiner aktuellen Pressemitteilung warnt der WSM: Die nächste Preiswelle bei Stahl und drastische Energiepreiserhöhungen rollen auf Zulieferer zu. Hersteller, die jetzt – trotz Kostensprüngen und unsicherer Versorgungslage – nicht mit ihren Partnern kooperieren, haben vielleicht bald keine mehr. Denn deren Liquiditätsreserven schrumpfen täglich. Stahl verarbeitende Unternehmen geraten im Corona- und Ukraine-Sturm unweigerlich in Schieflage. „Das deutsche Erfolgsmodell des arbeitsteiligen globalen Wirtschaftens wankt. Die sich aufbauende dritte Welle umschiffen Zulieferer und Kunden nur gemeinsam“, warnt Christian Vietmeyer, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Stahl- und Metallverarbeitung (WSM). Er spricht für rund 5.000 Unternehmen mit circa 500.000 Arbeitsplätzen.

 

Erzeugerpreise 50 bis 80 Prozent über Vorjahresniveau

Erst 2021, dann zum Jahresbeginn 2022 und nun schon wieder: Zum dritten Mal in Folge schießen Vormaterialpreise ungehemmt in die Höhe: Vietmeyer: „Bereits im Februar lagen die Erzeugerpreise vieler Stahl- und Aluminiumprodukte 50 Prozent über dem bereits sehr hohen Vorjahresniveau, bei legiertem Material sehen wir Anstiege von 80 Prozent. Und diese Lage spitzt sich gerade weiter zu.“ Verarbeiter von Stahl und Aluminium trifft das mit voller Wucht: Zulieferer haben Materialkostenanteile von 40 bis 60 Prozent.

Lieferkette braucht Fairness, Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein

Die gesamte Versorgungslage ist zunehmend bedrohlicher. Rohstoffe, Komponenten und Energie fehlen oder sind unbezahlbar, der gefürchtete Erdgasmangel könnte die gesamte Stahlverarbeitung kaltstellen. Nahezu die gesamte industrielle Wertschöpfungskette ist betroffen. Und nicht immer lassen sich die enormen Preissprünge mit den Krisen und Konflikten erklären. Oftmals besteht gar kein Zusammenhang zwischen Preisanstieg und dem Ukraine-Krieg als Begründung dafür. In diesem gigantischen Sturm müssen alle in ein Boot – für Mitstreiter, die das Krisen- und Konfliktszenario dazu nutzen, eigene Preisvorteile durchzudrücken, ist dort kein Platz. „Mitnahmeeffekte darf es nicht geben“, betont Vietmeyer. „In der bis aufs letzte Glied angespannten Lieferkette sind mehr denn je Fairness, Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein aller Beteiligten gefordert.“ Das „Flaggschiff Industrie“ schlingert und braucht vereinte Kräfte, um den Kurs zu halten.

 

 

PM: Verbändeschreiben an Minister Dr. Habeck und Lindner

29.03.2022

Sechsmal höhere Arbeitspreise für Strom, viermal höhere für Gas als Anfang 2021 – dazu Preisanstiege bei Stahl und Aluminium von bis zu 80 Prozent.

Gemeinsam mit den Industrieverbände Massivumformung (IMU) und Blechumformung (IBU) und dem Deutsche Schraubenverband (DSV) hat sich die Fachvereinigung Kaltwalzwerke (FVK) an die Minister Dr. Habeck und Lindner gewendet, um auf die Auswirkungen der Ukraine-Invasion auf unsere mittelständisch geprägten Unternehmen aufmerksam zu machen. Ein Alarm kurz vor dem Motorenausfall: Energieprobleme, knappes und überteuertes Vormaterial, Lieferantenausfälle und Kundenstillstände treiben mittelständische Unternehmen in den Untergang. Die vier Industrieverbände fordern in ihrem Brandbrief: „Kein Energieembargo und sofortige finanzielle Entlastung der Unternehmen.“

Lesen Sie hier die ganze Pressemitteilung.