01.12.2010
Das aktuelle Merkblatt zu Lieferantenerklärungen erhalten Mitglieder bei FVK.

WSM PI: Der Strompreis braucht einen Deckel - sofort!

12. Juli 2022.

Der Strompreis braucht einen Deckel – sofort. Das Merit-Order-Preisbildungsmodell beschert Stromverbrauchern Kosten in Rekordhöhe. Und vielen „gasfreien“ Kraftwerksbetreibern satte Gewinne, da der mit Gas produzierte Strom meist den Preis setzt. „Der Staat muss diese Windfall-Profite stoppen, indem er den Preis für verstromtes Gas deckelt. Die EU-Kommission hat ihm die Möglichkeit gegeben – er muss sie nun nutzen. Und zwar, bevor die Industrie ihre Stromverträge verlängern muss“. In seinem aktuellen Positionspapier fordert der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung

• Merit-Order-Prinzip muss kurzfristig fallen – Staat soll Strompreis vom Erdgaspreis entkoppeln

• Stromverbraucher zahlen durch Strompreisbildungsmodell hohe Windfall-Profite „gasfreier“ Kraftwerke

• Zeit drängt: Regierung muss Strompreis begrenzen, bevor Industrie neue Verträge abschließt

 

 

FVK Stellungnahme zu Gasmangellage und Ausrufung der Alarmstufe im Notfallplan Gas

12.07.2022

Mit der heutigen Stellungnahmen zur Gasmallage wendet sich die Fachvereinigung Kaltwalzwerke an die Bundesnetzagentur und das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, um mögliche Lösungswege für Gaseinsparungen und Szenarien der Gasreduzierung für den Krisenfall abzustimmen.

Die FVK befürworten den Aufbau eines Gasauktionsmodells, das marktwirtschaftliche Anreize zu einer Gasbezugsreduzierung in der Industrie setzt sowie die Ankündigung, dass Kürzungen des Gasbezugs für Industrieunternehmen im Krisenfall branchenübergreifend und unabhängig von der Größe des Letztverbrauchers ratierlich erfolgen sollen.

Im Hinblick auf das Gasauktionsmodell regen wir an, ein vergleichbares Anreizmodell zur Flexibilisierung auch für mittelgroße Verbraucher mit einer technischen Anschlusskapazität unter 10 MWh zu schaffen. Dies könnte beispielsweise über regionale Gas-Cluster geschehen. Sowohl für die größeren, als auch für die mittelgroßen industriellen Verbraucher sollte eine Kompensation eingesparter Erdgasmengen mit möglichst geringem bürokratischen Aufwand einhergehen.

Sollten trotz aller Einsparmaßnahmen hoheitliche Eingriffe erforderlich werden, müssen vermeidbare Schäden dennoch nach Möglichkeit verhindert werden. Unsere Mitgliedsunternehmen haben sowohl in der Datenabfrage bei Gasletztverbrauchern als auch gegenüber ihren Gasnetzbetreibern genaue Angaben gemacht, welche Vorlaufzeiten und Mindestlasten bei einer erforderlich werdenden Reduzierung des Gasbezugs zu gewähren sind, um gravierende und zum Teil nicht reversibler Schäden an Anlagen, Material und Produkten, aber auch gesamtwirtschaftlich in der Lieferkette mit verhältnismäßigem Aufwand zu vermeiden.

Wir fordern Sie auf, sicherzustellen, dass diese (individuell unterschiedlichen) Vorlaufzeiten und Mindestbedarfe eingeräumt werden. Sollte dies auch unter Ausschöpfung aller zur Verfügung stehenden Mittel, also ggf. auch unter Einsatz von Gasmengen aus den vorhandenen Gasspeichern, nicht möglich sein, bitten wir um eine schnellstmögliche Information unserer Mitglieder und die Einräumung eines größtmöglichen Vorlaufs.

Wir unterstützen als Verband aber ausdrücklich die Forderung, Gas schon jetzt zu sparen und Ihre Bemühungen, auch mit der Industrie Maßnahmen abzustimmen, die eine möglichst geringe Eingriffsintensität haben und Schäden nach Möglichkeit vermeiden. Besonders wichtig erscheint uns insoweit, mögliche Kürzungsintervalle, den Produktionsprozess und den 4 technischen Erfordernissen der Produktionsanlagen angepasste Zeiträume sowie die für eine ggf. erforderliche Gasreduzierung benötigten Vorlaufzeiten abzustimmen, um die dann entstehenden Schäden insgesamt möglichst gering zu halten.

 

 

Steel Safeguards

27.ß6.2022

Nachdem es der Fachvereinugng Kaltwalzwerke gelungen ist, WSM in Sachen Steel Safeguards zu konkreten Aktivitäten zu bewegen, hat nunmehr WSM-Präsident Dr. Schmidt mit dem Schreiben vom heutigen Tage die EU-Kommission, DG Trade, aufgefordert, zumindest für Flachprodukte die Safeguards zum 30. Juni 2022 auslaufen zu lassen.

 

 

 

Stellungnahme zur Revision der Industrieemissionsrichtlinie (IED) 2010/75/EU

14.06.2022

Die Europäische Kommission hat mit ihrem Entwurf für eine neue Industrieemissionsrichtlinie zur integrierten Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (IED) einen Regulierungsvorschlag vorgelegt. Dieser sieht eine Ausweitung des Anwendungsbereiches sowie umfangreiche neue und unnötig disruptive Anforderungen für die Betreiber von Industrieanlagen vor. Unter anderem ist eine Aufnahme von Kaltwalzwerken in den Anhang I vorgesehen.

Mit einer Stellungnahme zur Revision der Industrieemissionsrichtlinie wendet sich die Fachvereinigung Kaltwalzwerke an das BMUV und das BMWK und spricht sich mit Nachdruck gegen eine Aufnahme der Kaltwalzwerke in den Anwendungsbereich der IED aus. Von Kaltwalzwerken gehen keine besonderen nachteiligen Umweltauswirkungen aus. Die Aufnahme unserer kleinen und mittelständischen Kaltwalzunternehmen in die IED würde keinen zusätzlichen Umweltnutzen mit sich bringen. Vielmehr würde unsere Industrie mit unnötiger Doppelregulierung und Bürokratie belastet. Eine ähnliche Stellungnahme hat die CIELFFA an Vertreter des EU-Parlaments geschickt. FVK und CIELFFA haben ihre Positionen zudem in das von der KOM eröffnete Konsultationsportal zum IED-Entwurf eingestellt.

FVK Stellungnahme zur Revision der Industrieemissionsrichtlinie (IED) 2010/75/EU
CIELFFA Statement of the European Cold Rolling Industry on the EU Industrial Emissions Directive (IED)

 

 

 

WSM schickt Appell nach Berlin: „CBAM darf nachgelagerte Industrien nicht ruinieren“

11.05.2022

Dass der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) kommt, steht für viele fest. Wie – damit befasst sich heute der Ausschuss für Klimaschutz und Energie des Deutschen Bundestags. Der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) schickt den Appell nach Berlin, endlich noch ungelöste Probleme des CO2-Grenzausgleichs anzugehen: Bisher schützen die Vorlagen der EU-Kommission nur Hersteller von Stahl, Aluminium etc. vor globaler Konkurrenz, die ohne Klimaauflagen günstiger produziert. Nun muss es auch um den Schutz der verarbeitenden Industrien gehen, denen immens steigende Vormaterialkosten drohen. Und die auf dem Weltmarkt nicht mehr wettbewerbsfähig wären, da Brüssel den Grenzausgleich bisher nur für Importe plant und Exporte nicht entlastet.

Milliarden Mehrkosten – in Berlin muss heute die gesamte Wertschöpfungskette in den Fokus

„Der CBAM darf nachgelagerte Industrien nicht ruinieren. Seine Folgen treffen viele Branchen, nicht nur uns“, unterstreicht WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag des Verbands zeigt, dass allein auf Stahl und Metall verarbeitende Zulieferer durch steigende Vormaterialkosten über zwei Milliarden Euro zusätzlich zukommen könnten. Das würde viele zur Abwanderung zwingen – das Carbon-Leakage-Risiko stiege. Um das zu vermeiden, muss heute in Berlin die gesamte Wertschöpfungskette in den Fokus rücken.

Klimaschutz ja, mittelständischer Untergang nein

„Klimaschutz ja, mittelständischer Untergang nein. Wir stehen – wie auch deutsche und europäische Politiker – grundsätzlich hinter dem System CBAM. Aber Stahl und Metall verarbeitende Branchen müssen bei den bisher vorliegenden Plänen um ihre komplette Marge fürchten“, verdeutlicht Vietmeyer. Der Mix aus dem Grenzausgleich, der wie ein Zoll wirkt, und der Abschaffung kostenfreier Emissionszertifikate erhöht den Vormaterialpreis enorm und würde die Umsatzrendite vieler Unternehmen einfach schlucken. Und unzählige Arbeitsplätze hierzulande gleich mit. Auf den wichtigen Exportmärkten außerhalb der EU wären die Stahl- und Metallverarbeiter zudem nicht mehr wettbewerbsfähig.